
Eigentlich waren wir nur an den Neusiedler See gefahren, um das Restaurant Mole West in Neusiedl am See auszuprobieren. Dann aber schlug uns der See in seinen Bann: der Neusiedler See ist ein außergewöhnlicher See und ist mit kaum einem anderen See in Europa zu vergleichen. Kein Wunder! Ist er doch einer der wenigen Steppenseen, die Europa zu bieten hat. Und das bedeutet: er ist ein seichtes Gewässer, das von einem breiten Schilfgürtel umgeben ist. An seiner tiefsten Stelle beträgt die Wassertiefe nur einen Meter achtzig. Nur an wenigen Orten gelangt man direkt ans Seeufer. Und die Mole West ist eine davon.

Am Ortsende von Neusiedl am See biegt man in Richtung Seezugang ab, fährt durch einen breiten Streifen, der dicht mit Schilf bewachsen ist, und gelangt schließlich zu einem Bootssteg, an dem einige schon ziemlich verwitterte Hausboote liegen. Manche davon liegen an Anlegestellen, die bereits vom Schilf zugewachsen sind. Daneben befinden sich Anlegestege, die noch auf die Boote des Sommers warten. Wir sind hier kurz vor der Osterzeit: noch sind keine Menschenmassen hier. Und auch die Bootsbesitzer haben es noch nicht eilig, ihre Wochenenden auf dem See zu verbringen. Wir haben Glück und erwischen eines dieser Frühlingswochenenden, an denen die Sonne bereits warm vom Himmel scheint und man merkt, dass der Sommer naht. Die Bäume entfalten gerade ihr frisches Grün und in den Blumenbeeten blühen gerade die ersten Frühlingsblumen. Wir schlendern gemütlich hinaus zum Seeufer.

Am Ende des Stegs liegt das neue Seerestaurant "Mole West" mit seiner gleichnamigen Bar, an dem es sich herrlich "entschleunigen" lässt. Bei leckeren österreichischen Spezialitäten und einem Glas Fruchtsaft aus der Region - oder einem gepflegten Cocktail an der Bar - kann man sich hier wunderbar entspannen. Zeit sollte man sich nehmen, um die besondere Stimmung am See zu genießen: wenige Meter von der Restaurant-Terrasse entfernt fahren Segelboote, Ruderboote oder Motorboote gemütlich hinaus ins gleißende Sonnenlicht, in das der See um die Mittagszeit getaucht ist. Am liebsten würden wir mitfahren. Stattdessen lassen wir uns unser Wildgulasch auf der Zunge zergehen, während uns die wärmende Frühlingssonne auf den Rücken scheint, und fühlen uns von den Palmen an der Uferpromenade ein wenig in mediterrane Gefilde versetzt.

Neben dem Seerestaurant befindet sich ein Strandbad, auf dessen gepflegter Wiese sich bereits die ersten Sonnenanbeter niedergelassen haben und die ersten Sonnenstrahlen der wärmenden Frühlingssonne aufsaugen. Gleißend reflektiert das Sonnenlicht von den weiten Wasserflächen des Sees, und wir können uns vorstellen, dass es hier im Sommer Spaß macht, ins Wasser zu springen. Wegen seiner geringen Wassertiefe erreicht das Seewasser in den Sommermonaten Temperaturen von bis zu 30° Celsius - Badewannentemperatur, also. Jetzt warten eine ganze Reihe von Rädern auf ihre Besitzer, die den ersten Sonnentag des Jahres zu einem Radausflug genutzt haben. Die Gegend um den Neusiedler See ist flach - ein perfekter Ort für gemütliche Radtouren.
Das Einzige, das wir an diesem Tag bedauern, ist, dass wir wieder zurück nach Hause müssen. Würdet Ihr Euch nicht hier auch wohlfühlen?
Quelle: eigene Recherchen vor Ort mit freundlicher Unterstützung durch Tourismus Burgenland und Kreativ Reisen
Text: © Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Fotos: © Monika Fuchs, TravelWorldOnline
Video: © Petar Fuchs, TravelWorldOnline



